Wir werden alle sterben! Aber unsere Accounts nicht.

Shownotes

In dieser Folge von „Tech, KI und Schmetterlinge“ geht es um den digitalen Nachlass – und darum, warum der Tod im Zeitalter von KI plötzlich zu einem Sicherheits-, Kontroll- und Kulturthema wird.

Sascha Lobo zeigt anhand konkreter Beispiele, wie verstorbene Menschen digital weiterexistieren: durch Social-Media-Accounts, geleakte Passwörter, KI-generierte Stimmen oder digitale Abbilder. Dabei wird deutlich, dass fehlende Regelungen rund um digitale Identitäten längst neue Risiken schaffen – von Identitätsdiebstahl bis hin zu KI-gestützten Deepfake-Betrugsfällen.

Gleichzeitig beleuchtet die Episode die kulturelle Dimension der Entwicklung: Was passiert, wenn KI es ermöglicht, mit Verstorbenen zu sprechen? Wo verläuft die Grenze zwischen Erinnerung, Trost und Missbrauch? Und wie verändert künstliche Intelligenz unseren Umgang mit Tod, Trauer und digitaler Existenz?

Die Folge verbindet Cyber Security, gesellschaftliche Fragen und technologische Zukunftsszenarien – und stellt die zentrale Frage: Wem gehört unsere digitale Identität eigentlich nach dem Tod?

Schwarz Digits Digitale Souveränität ist die Basis für Unabhängigkeit, Wachstum und Wohlstand. Dafür wollen wir Bewusstsein schaffen.

Whitepaper Digitale Souveränität

Cyber Security Report 2026

Transkript anzeigen

00:00:01: Tech, KI und Schmetterlinge.

00:00:03: Ein Podcast von Sascha Lobo in Zusammenarbeit mit Schwarztidgets.

00:00:07: Guten Tag und herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von Tech,KI und Schmetterlinge – dem Podcast von mir,Sascha Lobow In Zusammenarbeit Mit schwarz digits, dem deutschen Technologiepartner für digitale Souveränität in Europa.

00:00:22: Das Thema heute?

00:00:23: Wir werden alle sterben aber unsere Accounts eben häufig nicht.

00:00:29: Der Tod, nach wie vor ein gesellschaftliches Tabuthema ist auf überraschende Weise häufig ein Sicherheitsproblem.

00:00:37: Vom Verkauf der Konten toter Menschen im Darknet bis hin dazu dass cyberkriminelle Identitäten von Toten besonders gerne stehlen weil die sich eben nicht wehren können und es dort sehr viel seltener auffällt.

00:00:52: Die große Frage die man sich stellen kann ist natürlich warum da so ein gigantischer Unterschied ist.

00:00:57: das Leben eines Menschen endet irgendwann sein digitales Ich, aber praktisch nie.

00:01:03: Und aus diesem Unterschied entsteht eine ganze Reihe von Schwierigkeiten.

00:01:07: Zunächst aber eine leider allzu gut passende Anmerkung in eigener Sache – denn Markus Schwarze ist gestorben!

00:01:16: Er hat sich als Journalist und Dozent mit großer Freude aktiv auf KI gestürzt wie buchstäblich niemand Anderer.

00:01:22: Ich kannte ihn seit fast zwanzig Jahren, er gehörte mit zu den ersten die sich diese merkwürdigen sozialen Medien nicht nur angeschaut haben sondern sie auch journalistisch genutzt hat.

00:01:32: Hier im Podcast TechKI und Schmetterlinge hatte er im letzten Jahr das Tool der Woche gestaltet und gesprochen wird danken ihm.

00:01:40: wir denken an ihn und wir trauern mit seinen Hinterbliebenen.

00:01:45: Der Anlass über das Thema Tod- und Digitale Sphäre zu sprechen ist eine Frage der Sicherheit.

00:01:51: Im Kapitel V des Cybersecurity-Reports von Schwarz-Digits geht es genau darum, in welcher Dimension der Tod inzwischen zum Sicherheitsproblem geworden ist.

00:02:02: Beziehungsweise um präziser zu sein nicht der Tod selbst als Sicherheitsproblem sondern die nach wie vor vielen fehlenden Instrumente, die unbeantworteten Fragen und auch die gesetzlichen Unsicherheiten, die sich daraus ergeben.

00:02:16: Die Autorin des Kapitels im Cyber Security Report, Patrizia Köpfer kommt per Sprachnachricht auch zu Wort.

00:02:22: Mich persönlich begleitet wie wahrscheinlich viele von uns das Thema Tod fast von Anfang an in sozialen Medien.

00:02:30: In dem Jahr zum Beispiel habe ich den Tod meiner Tante auf Twitter betraut und Twitter war damals noch eine vergleichsweise kleine verschworene und auch enge Community Und jedes Mal war es mir irgendwie persönlich wichtig.

00:02:56: Jedes mal hat sich richtig und gleichzeitig falsch angefühlt!

00:03:00: So circa zwei von drei Postings zu diesem Thema habe ich später wieder gelöscht.

00:03:04: Manchmal auf Bitten oder sogar auf Druck von Dritten, manchmal auch einfach weil es irgendwie ein komisches Gefühl war!

00:03:11: Ich hab nicht so besonders häufig dieses Gefühl, ich musste irgendwas löschen aber in diesem Bereich schon auffällig oft.

00:03:18: Das ganze Thema ist nicht nur belastet und beladen sondern irgendwo zwischen Charme und Trauer, manchmal vielleicht auch Irritation eins über das man nicht besonders gerne spricht.

00:03:28: Und trotzdem gehört natürlich das Thema Tod zur digitalen Welt dazu, ob wir wollen oder nicht.

00:03:35: Und natürlich nicht nur aus negativen Gründen weil der Tod von cyberkriminellen missbraucht werden kann sondern auch weil sich die Kultur weiterentwickelt und damit auch die digitale Kultur rund um den Tod erst recht was technologische Möglichkeiten wie KI angeht.

00:03:50: An dieser Stelle möchte ich euch den Hinweis geben, dass ihr euch den Cybersecurity-Report von schwarz digits runterladen könnt.

00:03:58: Es ist das möchte ich dazu sagen nicht das klassische Werk der Cyber Security wo man irgendwelche Statistiken und Schaubilder aufeinander gestapelt findet.

00:04:06: es geht dort viel eher um ein ganz konkretes Verständnis davon wie Cybersicherheit unser Leben betrifft und noch betreffen wird.

00:04:14: Deshalb möchte ich anfangen, mit einer Geschichte über die im Cyber Security Report ausführlich geschrieben wird.

00:04:21: Eine Form von digitaler Leichenfledderei – so kann man es ausdrücken!

00:04:26: Erica M stirbt an einem Donnerstag.

00:04:29: Zwar kein dramatischer Tod, keine Krankheit, keinen Unfall aber doch recht früh.

00:04:33: Sie ist nur fifty-two Jahre alt geworden.

00:04:36: am Abend zuvor ist sie noch mit ihrem Ehemann Max.

00:04:39: Sie sprechen über Termine eine Dienstreise und am nächsten Morgen wacht sie nicht mehr auf.

00:04:44: Erika war Juristin, Ordnungsliebend und hatte alles geregelt.

00:04:48: Im Arbeitszimmer die selbstredend beschrifteten Ordner – Versicherungen, Hausfinanzierung, Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht.

00:04:56: Erika ist eine Frau, die wusste was sie tat wie sie sich organisieren sollte und man sollte glauben dass das auch für die Zeit nach ihrem Tod galt.

00:05:04: Dann drei Tage nach ihrem tot wurde unter Ihrem Namen ein Ratenkredit beantragt.

00:05:10: mittlere fünfstellige Summe.

00:05:11: Für das Bankensystem war Erika M. zu diesem Zeitpunkt eine lebende, aktive Person und das Bankensystem hatte natürlich recht im Sinne des Bankenssystems nicht so sehr im biologischen Sinn.

00:05:23: Was geschehen war lässt sich einfach rekonstruieren denn Erika hat etwas getan was die meisten von uns tun.

00:05:29: Zweiundsechzig Prozent der Menschen nämlich sie hat dasselbe Passwort für viele verschiedene Dienste verwendet.

00:05:36: Irgendwo, irgendwie irgendwann auf irgendeiner Seite wurde dann dieses Passwort womöglich in Verbindung mit einer E-Mail Adresse geliegt.

00:05:44: Und dann fand es einen Weg in eine Datenbank auf einem Marktplatz im Darknet – nach Errikas Tod griff jemand zu!

00:05:52: Die Angreifer kamen über das E-mailkonto quasi des Kronjuvel der digitalen Identität denn von dort aus lässt sich ja fast alles andere zurücksetzen.

00:06:02: Die meisten Passworte zum Beispiel.

00:06:03: Passwort vergessen, Link an die hinterlegte E-Mail – so funktioniert das halbe Internet.

00:06:08: Innerhalb weniger Stunden hatten die Angreifer Erikas digitales Leben komplett übernommen.

00:06:13: Zahlungsdienste, Onlineshops, Kundenkonten mussten gar nichts neu anlegen weil alles schon da war!

00:06:19: Die perfekte Ausgangslage für einen Identitätsdiebstahl.

00:06:22: Erika war gewissermaßen digital perfekt vorbereitet leider nicht für ihre Angehörigen sondern für digitale Leichenfledderer.

00:06:31: Der Kredit wurde über ein Video-Identverfahren beantragt, Kamera an, Ausweis hochhalten, lächeln.

00:06:37: Die Bank prüft ob man eine echte Person ist und ob man die Person auf dem Ausweis ist.

00:06:42: Bei Erika hat einen Mitarbeiter das Video geprüft und fand dass Erika genauso aussah wie auf dem ausweisfoto.

00:06:48: Dann hatte er ein paar Standardfragen gefragt und Erika konnte ziemlich überzeugend antworten.

00:06:53: Nur war das natürlich nicht Erika, sondern eine Komplizin den die Täter Erikas Gesicht in Echtzeit über das eigene Gesicht gelegt hatten.

00:07:00: Per Diebwegfilter und aufgebaut aus Erikas Social Media Fotos.

00:07:05: Wieso einer Art Snapchat-Filter nur als Open Source Software?

00:07:09: Im Darknet kursieren nicht nur Tipps, sondern sogar Softwareanpassungen und Plugins wie man ein paar von diesen ganz klassischen Sicherheitschecks meistern kann!

00:07:18: Erikers Witber Max fand dass erst nach ein paar Wochen heraus – und das auch eher durch Zufall.

00:07:23: Als Manager war er gewohnt, Probleme Schritt für Schritt zu lösen.

00:07:26: Sich zu sortieren durch Anzeigenanwälte, durch die Banken und durch die Polizei nachzufragen was genau wie passiert ist um an die Quelle des Missbrauchs zu kommen und zu hoffen dass da nicht noch mehr stattgefunden hat.

00:07:38: Die meisten Sachen hat er tatsächlich geschafft rückgängig zu machen aber eine Erkenntnis ist ihm geblieben nämlich das deine verstorbene Frau in dem Moment am verwundbarsten wurde als sie sich gar nicht mehr wehren konnte Und das gilt für die meisten von uns, ehrlicherweise muss ich sagen auch für mich.

00:07:55: So paradoxisch anhört aber mit unserem Tod werden wir auf eine neue digitale Weise sehr verwundbar.

00:08:02: Wir reden heute über den digitalen Nachlass.

00:08:05: Das mag sich erstmal verstaubt anhören so Geschmacksrichtung notar mit einer Prise-Aktenordner ist es am Ende aber nicht.

00:08:12: Eigentlich ist es eines der bizarrsten und doch vielschichtigsten Sicherheitsprobleme unserer Zeit Einfach, weil es fast alle betrifft bzw.

00:08:20: alle die irgendwo irgendwelche Accounts haben und zwar entweder direkt oder indirekt durch Angehörige.

00:08:26: Und sowohl die Schwierigkeiten wie auch die Möglichkeiten werden durch künstliche Intelligenz nicht gerade kleiner sondern sehr viel größer.

00:08:35: Das ist aber natürlich nicht der einzige Grund.

00:08:37: Es sterben einfach immer mehr Menschen, die digitale Accounts hatten.

00:08:41: Der erste große Themenblock ist auch der Grund warum der Digitale Nachlass im Cyber Security Report vorkommt als wachsendes Sicherheitsrisiko.

00:08:50: Bisher sind es auf Facebook offenbar nur rund einhundert Millionen Account die toten Menschen zugeordnet werden können, aber wenn man das mal so verlängert dann könnten im Jahr zwei tausend Einhundert allein auf facebook vier Komma neun Milliarden Profile von Verstorbenen existieren.

00:09:06: Und wenn wir damit keinen Umgang finden, quasi einen gesellschaftlichen technologischen Umgang mit den digitalen Toten-Accounts dort draußen, dann wird es irgendwann Plattformen geben – soziale Medien wo die Toten in der Mehrheit sind.

00:09:19: Digitale Friedhöfe quasi!

00:09:21: Der Tod ist vielleicht das größte unbearbeitete Sicherheitsproblem der Digitalen Gesellschaft und zwar nicht trotz sondern gerade wegen unserer durchdigitalisierten Routinen, wegen unseres digitalen Alltags.

00:09:33: Und je länger das System Menschen für lebendig hält, desto profitabler kann der Tod auch werden – für andere.

00:09:40: Denn eigentlich sind Tote die perfekten Opfer!

00:09:43: Sie wehren sich nicht und sie sind nicht

00:09:45: erreichbar.".

00:10:03: Vollständige Identitätspakete kosten im Darknet zwischen zwanzig und einhundert Dollar.

00:10:08: Dead Faults, also die Identitäten von Verstorbenen gibt es aber schon ab einem Dollar!

00:10:13: Und auch ein anderer digitaler Aspekt rund um Tod-und Unarreichbarkeit ist einigermaßen eindrucksvoll.

00:10:20: Es gibt Schätzungen nach denen bis zu achtzehn Prozent aller jemals gemeinten Bitcoin komplett verloren sind – und viele darunter weil die Eigentümer gestorben sind ohne den Schlüssel weitergegeben zu haben.

00:10:31: Während die Angehörigen einer Person, also nach dem Tod häufig Schwierigkeiten haben irgendwie mit den digitalen Accounts sinnvoll umzugehen wird umgekehrt eben auch ein Schuh drauf.

00:10:41: Nämlich sechzig Prozent der Nutzer, die expliziten nicht wollen dass irgendjemand nach ihrem Tod Zugriff auf ihre digitalen Inhalte hat aber die wenigsten Unternehmen etwas dagegen das nach ihrem tod sichergestellt ist dass niemand auf ihre Inhalten zugreifen kann.

00:10:57: Das ist also die Ausgangsbasis, die Faktenlage in der Bevölkerung.

00:11:00: Hören wir uns einmal an was die Autorin des Kapitels über den digitalen Nachlass Patrizia Köpfer dazu sagt.

00:11:08: Wir müssen uns leider von der Vorstellung verabschieden dass das Internet einfach nur ein Archiv ist.

00:11:13: Digitale Informationen werden heute nicht einfach gespeichert.

00:11:16: Sie bleiben aktiv Teildatengetrieben Systeme und algorithmischer Prozesse.

00:11:20: Problematisch.

00:11:21: es nicht allein dass digitale Identitäten verstorbener fort bestehen.

00:11:25: Das eigentliche Problem ist die ökonomische Logik der Plattform dahinter.

00:11:28: Digitale Identitäten verstorbene verschwinden nicht automatisch aus den Systemen der Platform, vor Algorithmen bleiben sie wertvolle, weil statische Datenpunkte.

00:11:37: Wir erschaffen damit unfreiwillig einen sogenannten informativen Körper – eine digitale Existenz aus Daten-, Bildern- und Kommunikationsverläufen, die uns überdauert.

00:11:46: Dafür hat unser Rechtssystem bislang kaum klare Antworten entwickelt.

00:11:49: Während analoge Erbschaftsfragen geregelt sind, herrscht digital eine gefährliche Asymmetrie.

00:11:55: Plattformen kontrollieren die Infrastruktur unserer Erinnerung, während Risiken wie Kontrollverlust, Identitätsmissbrauch oder die Weiterverwertung persönlicher Daten bei den Betroffenen und ihren Angehörigen verbleiben.

00:12:06: Zu persönlichen Selbstbestimmungen gehört deshalb heute auch die Frage was nach unserem Tod mit unserer digitalen Identität geschieht?

00:12:12: Wer hier nicht vorsorgt riskiert dass die eigene digitale Existenz dauerhaft Teil einer Infrastruktur bleibt, die auf Speicherung und Verwertung ausgelegt ist.

00:12:22: In der Forschung dazu spricht man markabererweise von Informationsleichen, also von ruhenden Konten die niemand mehr betreut, die aber eben technisch weiterleben.

00:12:32: Für die IT-Security sind das Zombie-Accounts weil sie auf keine Aufforderungen zur Verbesserung der Sicherheit reagieren.

00:12:38: Eine der Diskussionen, die wir noch fühlen müssen wo wir als Gesellschaft nicht besonders weit sind ist gewissermaßen eine verkappte Souveränitätsfrage.

00:12:46: Der Umgang mit dem Tod gehört ja zu den wichtigsten Merkmalen von menschlicher Kultur insgesamt Und wenn wir das auf die digitale Kultur und den digitalen Alltag übertragen, denn entscheiden heute faktisch die AGBs von Digitalkonzernen darüber wie-und ob unsere Eltern-, Partner-, Kinder-, Freunde nach dem Tod digital weiter existieren.

00:13:07: Wie wir um sie trauern dürfen – und wie nicht!

00:13:10: Das ist eine extrem intime Form von Plattformenmacht und ich glaube dass deswegen Souveränität hier noch einen ganz anderen sehr emotionalen Beiklang hat.

00:13:19: Wenn wir uns das konkret anschauen bei Facebook, also bei dem Social Network wo die Wahrscheinlichkeit am höchsten ist dass dort Menschen kurz vor dem Tod stehen könnten.

00:13:28: Dann gibt es da natürlich längst digitale Instrumente für verstorbene Accounts zum Beispiel den Gedenkzustand.

00:13:36: Das Konter einer verstorbenen Person wird in diesem Gedenks Zustand versetzt wenn eine gültige Meldung eingeht.

00:13:43: Das Profil bekommt dann den Hinweis in Erinnerung an direkt neben dem Namen.

00:13:47: Die Inhalte, die die Person geteilt hat bleiben je nach Privatsphäre-Einstellungen auch sichtbar und Freunde können auf dem Profilerinnerung posten wenn die Einstellungen das zulassen.

00:13:57: Aber das Konto wird nicht mehr angezeigt in diesen aktiven Kontexten zum Beispiel Geburtstagserinnerungen oder Freundschaftsvorschlägen.

00:14:04: Etwas restriktiver wird die Löschung des Kontos gehandhabt.

00:14:07: dazu braucht man einen Nachweis des Todes wie eine Sterbeurkunde und auch ein Nachweis zur Berechtigung zB eine Vollmacht, eine Geburtsurkundel oder ein Testament.

00:14:17: Tatsächlich ist aber auch dieser Prozess hackbar und das ist schon geschehen, sowohl falsche Todesmeldungen wie auch falsche todeslöschungen von Menschen die eigentlich noch gelebt haben.

00:14:28: Seit einigen Jahren hat Facebook eine Zusatzfunktion nämlich den sogenannten Legacy Contact Den Nachlasskontakt.

00:14:34: Das ist tatsächlich eines der wenigen Instrumente die schon zu Lebzeiten für den später folgenden Tod aufgesetzt werden können Von den Leuten die das Profil betreiben.

00:14:44: Aber dafür muss man sich eben nicht nur damit beschäftigen, sondern auch die entsprechenden Nasenamen einleiten.

00:14:50: International ist es meistens so dass Facebook Angehörigen keine Lock-in Daten herausgibt.

00:14:56: In Deutschland gibt es allerdings rechtliche Sonderfälle weil hier digitale Konten grundsätzlich Teil des Nachlasses sein können.

00:15:04: Das heißt zwar nicht das Plattform automatisch die Lock in Daten herausgeben aber wenn man nachweisen kann dass man einen Account geerbt hat dann kann man die Plattform zur Herausgabe der Lock-in-Daten zwingen.

00:15:15: Soweit also Facebook, aber natürlich unterscheiden sich die Regeln von Plattform zu Plattform einfach weil in vielen Fällen keine verlässlichen Standards, keine akzeptierten Normen für diesen Bereich existieren.

00:15:28: Fast könnte man fragen ist der Tod unterreguliert so unwahrscheinlich sich eine Frage in der EU anhört?

00:15:35: Persönlich glaube ich dass wir einen sinnvollen gesellschaftlichen Umgang mit dem Tod im Digitalen erst noch entwickeln müssen.

00:15:42: Das ist gar nicht so einfach, nicht nur weil der Tod ein Tabuthema ist sondern weil sich vieles was in der dinglichen Welt ganz normal ist in der digitalen auf einmal merkwürdig und absurd daherkommt.

00:15:53: Und natürlich auch weil das Trauern dass zum Tod direkt dazu gehört im digitalen und speziell in sozialen Medien in ganz viele unterschiedliche Richtungen eskaliert.

00:16:04: Im März war es die horrende Mischung aus Unfall und Anschlag, wo ein Pilot einen fast voll besetztes Flugzeug absichtlich gegen eine Bergkuppe gesteuert hat.

00:16:18: Direkt danach konnte man in sozialen Medien auf Twitter oder Instagram beobachten, dass es noch gar keine akzeptierten Umgangsregeln für Trauer online gibt bzw damals gegeben hat!

00:16:32: Online zu trauern kann halt so unterschiedlich daherkommen für unterschiedliche Menschen, dass man sich irgendwann gegenseitig Menschenverachtung vorwirft.

00:16:40: Zum Beispiel wird den einen Geschmacklosigkeit vorgeworfen weil sie Bewältigungsscherze machen und den anderen vorgeworfene Trauerteater zu spielen, weil sie sich ernsthaft bestürzt zeigen über den Tod von Menschen die Sie doch eigentlich gar nicht kannten!

00:16:53: Den einen wird Pietätlosigkeit Vorgeworven, den anderen Bigoterie.

00:16:57: Jeder weiß, wie man sich auf einer Beerdigung verhält.

00:16:59: Aber wie reagiert man wenn der Tod von einhundertfünfzig Menschen bekannt wird?

00:17:04: Die Antwort mag manchen einfach und naheliegend erscheinen aber im Alltag ist dann doch wieder viel differenzierter und gar nicht so leicht schon weil soziale Medien bei die digitale Öffentlichkeit fast alles komplett dekontextualisiert.

00:17:18: Der Kontext ist für alle Menschen anders online Und das wirkt sich auch oft trauer aus.

00:17:25: Als Fazit brauchen wir eine Debatte über den Tod im Digitalen und zwar in allen Facetten, weil daraus überhaupt erst das Bewusstsein entsteht sich um den Tod Im digitalen zu kümmern.

00:17:37: Und solange wir gesellschaftlich und kulturell da keine Praktiken entwickelt haben so lange dass traditionelle Bestattungsinstitut sich eben nicht auch Um den digitalen Anteil kümmert oder irgendwelche Sachkunde In diesem Bereich hat Solange bleiben die Folgen des Todes im digitalen eben auch ein Sicherheitsrisiko.

00:17:54: Zum Beispiel der Identitätsliebstahl bei Verstorbenen, der sehr lange unentdeckt bleibt weil niemand die Konten kontrolliert.

00:18:01: Oder der sogenannte Subscription-Creep, der Erbschaften auffrist.

00:18:05: Eine Vielzahl von Abonnements, Streaming, Cloud, Lizenzen laufen einfach weiter Monat für Monat manchmal jahrelang, weil die entsprechenden Instrumente und das Wissen bei den Angehörigen einfach fehlen!

00:18:17: oder die vielen Unternehmen, die noch nicht realisiert haben das jeder verstorbene Mitarbeiter Accounts haben könnte.

00:18:23: Die eine offene Flanke ergeben so dass man eigentlich von Anfang an ein automatisiertes Deep-Provisioning einbauen sollte.

00:18:31: aber wie gesagt ist es bisher nicht die Regel.

00:18:33: wir wollen ja auch positive Elemente herausheben und die beziehen sich interessanterweise auf die EU Regulierung oder genauer auf die EI.

00:18:41: DAS II Null die elektronische Identifizierung Authentifizierung und Vertrauensdienste in der Version zwei Punkt Null.

00:18:49: Das ist eine erweiterte, erneuerte EU-Regelung dafür wie Menschen, Unternehmen und Behörden sich digital ausweisen, digital unterschreiben und digital nachweisend vertrauen können.

00:19:00: Die EU DI Wallet ist der Versuch, Personalausweis wichtige Nachweise und die rechtsgültige Unterschrift aufs Smartphone zu bringen – und zwar als europäisch standardisierte digitale Identität natürlich in einer App!

00:19:13: EU-DI steht für European Digital Identity Wallet.

00:19:17: Ich weiß gar nicht, ob ich jetzt die Abkürzung halb Deutsch, Halb Englisch richtig auf den Weg gebracht habe – aber egal!

00:19:23: Jeder EU-Mitgliedsstaat muss seinen Bürgerinnen und Bewohnern und Unternehmen mindestens eine solche Walletmöglichkeit anbieten, und zwar bis Ende des Jahrtausends sechsundzwanzig laut EU-Kommissionen.

00:19:36: Das ist deswegen für unser Thema wichtig, weil der digitale Nachlass heute eben oft nicht am Erbrechtscheiter sondern am Lock-in und die EU DI Wallet könnte daraus ein geregeltes Verfahren machen.

00:19:48: Wer bin ich?

00:19:49: Was darf ich?

00:19:50: Welcher Anbieter muss das anerkennen?

00:19:53: Die EU DI wallet löst natürlich nicht das ganze Problem des digitalen Nachlasses.

00:19:58: Sie entscheidet nicht was mit meinen Chats passiert – mit den Fotos oder irgendwelchen Kryptowerten auf irgendwelche Konten.

00:20:04: Aber Sie können die entscheidende Infrastruktur liefern, damit Angehörige nach einem Todesfall im ungünstigsten Moment eben nicht mehr vor hundert digitalen Türen stehen und an jeder einzeln beweisen müssen, dass sie überhaupt einen Schlüssel haben dürfen oder was sie mit den Inhalten dahinter tun dürfen.

00:20:21: Der nächste große Themenblog ebenfalls inspiriert vom Cyber Security Report, dem Kapitel über den digitalen Nachlass.

00:20:31: Bezieht sich eigentlich auf den kulturellen Wandel der gerade stattfindet.

00:20:37: Vielleicht ohne dass alle das mitbekommen?

00:20:40: Künstliche Intelligenz vor allem.

00:20:43: Das was man Deepfakes nennt oder AI Companions also KI-Freunde KI-Fälschungen, das ist ein Feld wo künstliche Intelligenz den Tod eigentlich neu erfindet.

00:20:57: Oder besser die Auseinandersetzung mit dem Tod oder noch besser mit Toten, mit toten Menschen.

00:21:04: Da gibt es eine Vielzahl von verschiedenen Angeboten.

00:21:07: beim ersten Anhören denken vielleicht manche oh Gott Diebfax vom Toten.

00:21:12: das muss ja alles schlimm sein.

00:21:14: aber ich würde hier ein bisschen differenzieren wollen und zwar einfach deshalb weil neue Technologien sehr häufig die Kultur weiterentwickeln.

00:21:22: Und nicht jede Entwicklung davon ist sofort als schlecht oder gut zu identifizieren, wenn sie einfach nur ein bisschen anders ist oder merkwürdig wirkt!

00:21:32: Cyberangriffe sind heute kein Zufall mehr, sondern ein skalierbares Geschäftsmodell Crime as a Service.

00:21:38: Automatisiert, professionalisiert und dabei leider häufig erfolgreicher als viele Leute wahrhaben wollen!

00:21:44: Und genau deswegen reicht es nicht mehr, Cybersecurity als reines IT-Thema zu betrachten – das ist eine Managementaufgabe.

00:21:51: Eine Frage von Risiko, von Strategie, von Priorisierung und von Entscheidungen unter Unsicherheit.

00:21:57: Nur wie gut ist eigentlich die Grundlage für diese Entscheidung?

00:22:01: Genau hier setzt der Cybersecurity-Report von Schwarz-Digits an.

00:22:07: Ich habe darüber schon häufiger gesprochen, denn der Report liefert ein aktuelles Lagebild auch außerhalb dieser absoluten Klassiker und Statistiken.

00:22:15: Nämlich die Frage wo stehen wir im Jahr?

00:22:18: ist es wirklich?

00:22:19: Wie entwickelt sich die Bedrohungslage weiter?

00:22:22: Woran muss man vielleicht denken oder als Gesellschaft noch nicht so gut vorbereitet?

00:22:29: Das Spannende aus meiner Sicht ist, dass der Report nicht nur darauf schaut das Angriffe passieren und wie und wo man sie verhindern kann sondern auch warum Sie erfolgreich sein können.

00:22:40: Zum Beispiel Cyberangriffe durch Automatisierung und KI-Effizienter oder skalierbar werden und was das bedeutet Oder Warum digitale Souveränität ein echter Sicherheitsfaktor ist.

00:22:51: Und auch dem die jeden von uns betreffen Wie zum Beispiel was passiert mit unseren digitalen Accounts Vom LinkedIn-Account bis zum Bankkonto, wenn wir überraschend nicht mehr da sind.

00:23:01: Viele Risiken entstehen nicht deshalb weil es keine Sicherheitsmaßnahmen gibt sondern weil die Komplexität unterschätzt wird und weil Transparenz fehlt oder die falschen Dinge priorisiert werden.

00:23:12: Und deshalb sind die Informationen dazu so essentiell!

00:23:15: Wenn ihr euch mit IT, mit Sicherheit oder einfach mit der Frage beschäftigt wie abhängig wir in welchem Bereich von digitalen System sind.

00:23:22: Denn ist der Cyber Security Report-sweitausendsechsundzwanzig von Schwarzdigits ein ziemlich guter Reality Check?

00:23:29: Ich habe ihn streckenweise als eine Art Echtzeitkrimi gelesen und würde euch deswegen den Download empfehlen!

00:23:36: Den Link findet ihr unter schwarzminust digits.de slash report sixundzwantig.

00:23:41: Ich würde mich freuen, wenn ihr ihn herunterladet und wir dann über die wichtigsten Punkte diskutieren können.

00:23:47: Und jetzt zurück zum Podcast!

00:23:51: Ein paar Mal gab es schon größere Diskussionen rund um den Tod- und künstliche Intelligenz.

00:23:58: Vielleicht erinnern sich manche noch an die von zwei Tausend Zweiundzwanzig rund um Kim Kardashian.

00:24:04: Kim Kardashian hat Zweitausend Zwanzig Geburtstag gefeiert Natürlich medial übertragen unter anderem in ihren sozialen Medienkanälen und auch in ihrer Reality TV Show.

00:24:16: Und zu ihrem Geburtstag trat jemand auf, nämlich Robert Kardashian ihr Vater allerdings ihr verstorbener Vater.

00:24:25: der war als hologramm mit im raum.

00:24:27: das wurde in der öffentlichkeit beziehungsweise der medialen öffentlichkeit auch so inszeniert als sei es tatsächlich eine digitale form von mensch.

00:24:34: der schien zu reagieren, er hat zu ihr gesprochen.

00:24:36: Er hat

00:24:37: gelächelt.".

00:24:37: Man kann im Nachhinein nicht ganz genau sagen was davon ist.

00:24:40: auch Inszenierung in der Inszenierung jedenfalls war das ein Hologramm mit synthetischer Stimme und einem KI rekonstruierten Gesicht will sagen es war eine ganz frühen Situation wo eine tote Person in der Öffentlichkeit eine Art KI-Entsprechung bekommt und mit den Hinterbliebenen spricht in diesem Fall Kim Kardashian.

00:25:04: Und natürlich ist Kim Kardashian eine absolute PR-Göttin.

00:25:07: Bedeutet, sie weiß sehr genau wie sie wo an welcher Stelle was inszeniert damit sie welches Bild weiter transportiert.

00:25:15: In diesem Fall gab es ne große Debatte deswegen weil einige Leute gesagt haben um Gottes Willen wie Pietät los.

00:25:23: das ist ja ungeheuerlich.

00:25:24: Wie darf so etwas sein dass man tote Menschen mit KI auferstehen lässt und Kim Kardashian selbst hat das als Geschenk bezeichnet.

00:25:34: Auf eine interessante Art ist beides richtig, denn natürlich ist die Frage wie wir mit KI umgehen?

00:25:41: Wie wir mit dem Tod umgehen wenn KI synthetische Personen herstellen kann?

00:25:46: Natürlich ist das eine Frage die wir uns stellen müssen als Gesellschaft weil das was technisch möglich ist früher oder später von den Menschen gemacht wird und nicht immer nur mit allerbesten Absichten.

00:25:58: Die tiefere Frage dahinter ist aber natürlich, ob nicht eigentlich künstliche Intelligenz da nur ein weiterer Schritt ist.

00:26:06: Was Technologien und die Beziehung zum Tod angeht?

00:26:10: Eigentlich zur Kultur insgesamt, aber hier wie gehen wir mit Toten und den Abbildern von Toten um?

00:26:17: Denn natürlich ist KI wenn dann die verstorbene Mutter antworten kann Wenn man Dialoge führt, wenn sie einen begleitet auf dem Smartphone.

00:26:24: Technisch heute alles mögliche.

00:26:26: es gibt eine Reihe von Startups die ähnliche Angebote machen.

00:26:29: natürlich ist das aus unserer Sicht so neu dass daraus eine Verstörung entstehen können.

00:26:34: Aber eine ganz ähnliche Form von Verstörung ist entstanden, als Fotografien entwickelt wurden.

00:26:39: Und plötzlich gab es Fotos und zwar auch von Menschen die verstorben waren.

00:26:44: Eine Zeit lang am Anfang der Fotografie im neunzehnten Jahrhundert war es ziemlich verbreitet das man toten Gesichter fotografiert hat.

00:26:55: Man wollte das festhalten.

00:26:56: Es gibt ganze Bücher und Kataloge darüber.

00:26:59: ziemlich interessant Auch als Perspektive.

00:27:01: warum sollte man eine tote Person fotografieren?

00:27:03: aber damals War das um die Erinnerung an eine Person zu behalten mit dieser technologischen Komponente?

00:27:10: Das hat damals schon für große Verstübungen gesorgt.

00:27:12: Wie könnt ihr es wagen, tote Menschen zu fotografieren beziehungsweise überhaupt Menschen zu photographieren und über den Tod hinaus eine Form von technologischer Beziehung mit ihr zu führen?

00:27:25: Ganz ähnlich gibt es Diskussionen darum wie und wo und wann man eigentlich was genau machen darf Wer das machen darf?

00:27:35: Die Frage, die ist nicht nur mehr virtuell.

00:27:39: In dem Jahr-Zwischen war es eben auch eine eher theoretische Frage aus dem einfachen Grund weil damals künstliche Intelligenz in der Qualität wie man das heute fast kostenlos bekommt oder tatsächlich kostenlos bekommen fast unerschwinglich war.

00:27:54: will sagen Kim Kardashian oder die Leute die ihr das geschenkt haben haben vergleichsweise viel Geld investiert um eine Stimme zu synthetisieren und ein Hologramm herzustellen um ein Gesicht mit KI zu rekonstruieren.

00:28:04: Und heute ist es deutlich preisgünstiger und plötzlich ist das ein flächendeckendes Phänomen!

00:28:10: Wir müssen eigentlich neu darüber diskutieren, was es bedeutet, künstliche Personen erschaffen zu können – und zwar sowohl Personen die gar nicht existieren als auch Personen, die mal existiert haben als auch Menschen, die genau jetzt existieren.

00:28:26: Da gibt es ja alle Facetten und alle Schattierungen, alle Abschattierung tatsächlich Zwischentöne zum Beispiel.

00:28:34: In jedem dieser Bereiche muss man aus meiner Perspektive auch dann differenzieren, wenn es auf den ersten Blick ganz simpel scheint weil es am Ende selten wirklich simpel ist.

00:28:43: diese Debatte habe ich schon mal geführt Ich hab sie ehrlich gesagt mit mir selbst geführt und würde das gern hier in diesen Podcast reintragen Denn ich aber auch schon etwas getan was nach Meinung mancher Leute irgendwo zwischen pietätlos oder sagen wir mal geschmacklos gewesen ist.

00:29:00: Die absolute Mehrheit der Menschen damals hat das eher interessant gefunden, denn ich habe Ende des Jahrhunderts ein Podcast aufgenommen mit einer toten Person.

00:29:12: Das hört sich jetzt erst mal drastisch an aber die Person war schon fast siebzig Jahre tot.

00:29:16: es handelte sich nämlich um Albert Einstein.

00:29:18: Damals waren bestimmte Teile generativer Kail noch relativ am Anfang die heute sehr ausgefallen sind zum Beispiel Voice Cloning Technologie, also dass man Stimmen klonen kann.

00:29:31: Dass man Stimmen aus einem Sample, aus einem Stimmmuster so klonen können, dass man die digital irgendwie alles Mögliche sagen lässt.

00:29:39: Damals war das Start-up Eleven Labs zwar noch einigermaßen am Anfang aber schon ziemlich weit vorn und genauso haben wir diesen Podcast mit Albert Einstein aufgebaut.

00:29:49: Erst mal habe ich angefangen damals mit ChatGPT einen GPS zu bauen.

00:29:55: Das hieß damals so und es war eine eigene Instanz, könnte man sagen der man mit bestimmten Daten beibringen konnte musste zu erkennen zum Beispiel in Sprache und Schrift.

00:30:06: Ich habe also das GPTS Albert Einstein aufgemacht und hab das gefüttert mit verschiedenen Texten von Albert Einstein und zwar sowohl mündlichen Texten vom Reden die er gehalten hat sei's zur Nobelpreisverleihung oder irgendwo in Princeton wenn er irgendwas gesagt hat als auch mit schriftlichen Texte.

00:30:25: Dann habe ich angefangen diese Texte ein bisschen zu korrigieren, ein bisschen fein zu justieren um weniger Gestältstheit da reinzubringen.

00:30:35: Also ich würde sagen Ich hab es behutsam aktualisiert dass das rausgekommen ist dadurch dass sich das in Promps übersetzt habe und habe dann versucht eine Art Dialogsituation auf ChatGPT so herzustellen Dass die KI Albert Einstein imitiert in einem Gespräch.

00:30:52: Das hat vergleichsweise gut funktioniert Und dieses Gespräch habe ich dann übertragen in einen Podcast.

00:30:58: Mein Teil relativ einfach, das hab' ich in Form von Fragen Anmerkungen manchmal sogar auch Unterbrechung Einfach so eingesprochen und dann haben wir mit eleven Labs die Antworten von diesem Albert Einstein GPT übertragen in eine synthetisierte Einstein-Stimme.

00:31:14: Das war ein bisschen anspruchsvoller aus dem simplen Grund, weil die meisten Tondokumente von Albert Einstein nicht besonders hoher Qualität waren.

00:31:23: Es hängt natürlich damit zusammen, dass Albert Einstein in den Neunztenfünfzig gestorben ist, dass sehr viele von den Aufnahmen eher mit zwanziger dreißiger Jahre Technologien angefertigt wurden.

00:31:35: Trotzdem hat es funktioniert und am Ende war's ein Podcast der mit einer toten Person völlig künstlich ausgedachte Position von Albert Einstein weiter transportiert hat.

00:31:49: Natürlich habe ich versucht, Ihnen so ein bisschen zu channeln... Ich hab Ihnen zum Beispiel gefragt was davon bestimmte Entwicklungen in der Quantentheorie hält die erst sehr viel später entdeckt oder entwickelt worden sind und selbst reden habe ich ihn weiträumig zur Künstlicher Intelligenz befragt.

00:32:01: Und ganz offensichtlich hat natürlich Albert Einstein ab bis zu nineteen fünfzig wenig zur künstlichen Intelligenze des einundzwanzigsten Jahrhunderts sagen können.

00:32:09: Und trotzdem war das, was sich ergeben hat, glaube ich in der Öffentlichkeit etwas, was einen Mehrwert erzeugt hat.

00:32:16: Und zwar weniger weil es relativ früh war, was eine Art von dialogischem Deepfake angeht und mehr weil die Möglichkeit eine interessante Person zu Themen zu befragen, die sie durch zu frühen Tod gar nicht besprechen konnte.

00:32:33: Weil diese Möglichkeit plötzlich im Raum steht!

00:32:38: Die Frage ist nun War dieses Projekt irgendwie anstößig oder illegitim?

00:32:43: Oder hatte das einen gesellschaftlichen Mehrwert, der es vertretbar macht, toten Menschen irgendwas in den Mund zu legen was diese Person so nie gesagt hat.

00:32:53: Oder ist das zweite vielleicht auch gar kein Kriterium?

00:32:55: weil jede Person die diesen Podcast gehört hat hätte auch ohne Disclaimer den ich trotzdem gemacht habe sofort gecheckt.

00:33:03: naja das ist gar nicht der echte Albert Einstein.

00:33:05: Das ist glaube ich Die Verwechslungsgefahr hoch dass sagt einstein und erlebt noch.

00:33:09: Diese Gefahr besteht so wenig, dass ich die für null halten würde.

00:33:13: Und trotzdem gab es eben nur vereinzelte, aber ein oder andere Stimme, die das irgendwie nicht richtig fanden.

00:33:20: und ich glaube, das hängt auch damit zusammen – und das hinkt heute in der Debatte noch zusammen – damit unsere Kultur rund um den Tod einerseits so unfassbar schambehaftet ist immer noch ein Tabuthema ist, etwas ist wo dem meisten Menschen sich nicht auseinandersetzen wollen Und wo zweitens immer so eine Hemmschwelle und Beißschwelle ist, das alte lateinische Sprichwort demortuis nilnissibene von den Toten nichts außer Gutes.

00:33:47: irgendwie auch so eine Wirkung in die Neuzeit, die sich technologisch übersetzt.

00:33:52: Es gibt ne ganze Reihe von Gedenk-Accounts für alle möglichen verstorbenen Prominenten wo ziemlich schnell nach dem Tod einer Person plötzlich angefangen wird, in deren Namen oder vermeintlich in ihren Namen zu sprechen.

00:34:06: das ist seltener irgendwie so eine Behauptung ich bin diese Person von den Accounts.

00:34:11: es ist eher sowas dass man denkt man muss doch diese Interaktion in sozialen Medien jetzt in Gedenken an irgendjemanden fortführen.

00:34:19: Das ist eine neue Form der Erinnerung und gleichzeitig gibt es ein Meme im amerikanischen Sprachraum namens Too Soon, und dieses too soon bezieht sich halt sehr oft darauf dass Leute etwas sagen was mit dem Tod von jemandem zu tun hat und sie sagen es zu früh nach dessen Tod und dieses to soon.

00:34:41: das deutet schon darauf hin.

00:34:44: So eine Dauer gibt's.

00:34:45: Eine nicht wirklich festgelegte Dauer, aber eine Empfindungsdauer in der Öffentlichkeit?

00:34:51: Ab welchem Zeitpunkt kann man sich eigentlich zum Beispiel mit einem Scherz über einer Person oder mit einem aktiven Gedenken über eine Person was halt nicht nur auf den Tod fokussiert ist sondern einfach diese Person abbildet oder parafrasiert oder wie so eine Art Archivfunktion sammelt das sie gesagt hat.

00:35:08: Ab welchen Zeitpunkt nach dem Tod ist sowas möglich ohne dass es als anmaßend empfunden wird?

00:35:13: Vielleicht gibt es da gar keine eindeutige Antwort, aber das verweist schon darauf dass Technologie und Tod irgendwie so mit Dauern-und Zeitdauer zu tun hat.

00:35:22: Ab einem bestimmten Zeitpunkt ist es okay was vorher nicht ok war.

00:35:27: Das hat interessanterweise auch eine rechtliche Komponente Und für viele Menschen ist diese rechtliche komponent stark überwiegend.

00:35:33: Das hängt damit zusammen, dass das Persönlichkeitsrecht Was quasi das Recht einer Person zum Beispiel an ihrem eigenen Bild Was das regelt Dieses Persönlichkeitsrecht, das endet mit dem Tod.

00:35:46: Es gibt allerdings sowas wie ein postmortales Persönlichkeiterecht.

00:35:49: Das ist im engeren Sinn aber gar kein Persönliches Recht mehr sondern ergibt sich eher aus der Menschenwürde.

00:35:55: Das bedeutet ganz viele Funktionen die wir so grundrechtlich kennen Datenschutz zum Beispiel.

00:36:00: Die enden tatsächlich mit dem tot.

00:36:03: Wir haben zwar ein paar Ersatzfunktion auch rechtlicher Natur um irgendwie damit zurechtzukommen dass er keinen Missbrauch geschieht zum Beispiel das Strafgesetzbuch mit der Verunglimpfung des Andenkens verstorbener.

00:36:14: Aber das ist eben ein Punkt, der erst sehr spät gereift wenn wirklich sehr massiv gegen die Menschenwürde verstoßen wird.

00:36:21: Das Schutzbedürfnis was da existiert, dass allerdings in Zeiten von KI auf mehrere Arten halt nicht mehr so ganz aktuell.

00:36:31: Wenn wir uns genauer angucken wie das funktioniert denn ist das Schutzbedürfnis vor allem verschoben ins kommerzielle und damit halt eher gültig für prominentere Menschen.

00:36:41: Es ist zum Beispiel so, dass dies postmortale Persönlichkeitsrecht was etwa das Bildnis einer Person angeht, einer berühmten Person im Normalfall zehn Jahre nach dem Tod endet.

00:36:54: es gibt zwar Rechtsprechung, dass das über diesem Zeitraum hinaus auch gar nicht so leicht ist, das zum Beispiel kommerziell zu verwenden.

00:37:02: Aber nach zehn Jahren ist beim postmortalen Persönlichkeitsrecht der Schutz der vermögenswerten Bestandteile z.B.

00:37:09: mit dem Bild oder mit dem Namen Geld zu verdienen erst mal vorbei.

00:37:13: Es gibt zwar ein paar Rechtsprechungen was zum Beispiel Erben angeht von sehr berühmten Menschen aber die rechtliche Situation ist ab einem bestimmten Punkt auch so dass man überhaupt erstmal die Rechtsprechung bemühen müsste und das ist eben einen Punkt der auch nicht häufig zur Geltung kommt.

00:37:28: Man darf jetzt, wenn eine Person zehn Jahre tot ist nicht unbedingt alles mit ihrem Bild machen.

00:37:34: Aber wenn man es geschickt anstellt dann könnte man mit einer prominenten Person die länger als zehn Jahre Tod ist von der es Bilder und Dokumente gibt schon eine ganze Reihe von Dingen machen ohne dass jemand dagegen ein rechtlich simpler Handhaber hat.

00:37:48: Ob er denn irgendwie nach fünf Jahren Klage am Ende Recht bekommt steht auf einem anderen Blatt.

00:37:52: ob in bestimmten Bereichen Auch andere Dinge gibt, die dann noch eine Rolle spielen.

00:37:57: Auf jeden Fall das Urheberrecht zum Beispiel!

00:37:59: Ich kann ja nicht jedes Foto von irgendjemandem nehmen und es einfach so benutzen weil halt nicht nur die Person, die abgebildet ist nach dem Persönlichkeitsrecht oder postmortalen Persönlichkeiterecht irgendwie darauf noch Rechte hat sondern auch die Person die das Foto gemacht hat mit dem Urhebergrecht.

00:38:12: Und trotzdem gibt es diese Schwelle von zehn Jahren.

00:38:16: Es gibt eine andere Schwelle von dreißig Jahren, das ist jetzt nicht ne Frist im engeren Sinn sondern eine Mischung aus Archivpraxis und Rechtsprechungsmaßstab.

00:38:25: Das sind so Sperrfristen nach denen bestimmte personenbezogene Daten aus Archiven verwendet werden können ohne dass dann da jemand gegen klagt.

00:38:35: Und dann geht es eben noch diese Schwelle vor siebzig Jahre nach dem Tod nämlich der Zeitpunkt wann das Urheberrecht erlischt.

00:38:42: Das ist recht an den Werken einer Person.

00:38:46: Und das alles sind Punkte, die in Zeitalter von KI und von Deepfakes, die man anfertigen kann mit dahingeworfenen Daten von irgendwelchen Fotos aus sozialem Medien, irgendwelche Stimmen aus irgendwelchem Podcast wo das plötzlich entweder nicht mehr ausreicht oder komplett absurd geworden ist.

00:39:03: Wovon wir also eigentlich sprechen?

00:39:05: Wenn wir hier von der Weiterentwicklung der Kultur rund um Tod und Trauer durch künstliche Intelligenz reden dann ist das eigentlich die Debatte Wie gehen wir mit den unterschiedlichen Bereichen um, wo man synthetische KI-generierte Menschen wirken lassen kann?

00:39:22: Egal ob verstorben oder noch lebend.

00:39:25: Denn je näher man an diese Debatte ransohnt, desto klarer wird.

00:39:30: eigentlich ist fast alles in diesem Bereich Grieftag oder DevTag also Technologien, Vernetzetechnologien von KI bis Social Media die sich darum kümmern Trauer und Tod irgendwie in einen Markt zu verwandeln oder in eine kulturelle Praxis zu verwandeln, manchmal beides gleichzeitig.

00:39:48: ob Grieftag nicht eigentlich eine Dual-Use Technologie ist.

00:39:52: Also eine Technologie wie das klassische Beispiel Das Brotmesser dass man sowohl benutzen kann um etwas alltägliches Gutes und Schönes akzeptiert es so tun nämlich sich ein Brot abzuschneiden als auch dass er nutzen kann um auf die Straße zu rennen Und Menschen fürchterliche Schnitte beizubringen.

00:40:08: Und genau deshalb habe ich noch mal Patricia Köpfer gefragt, die Autorin des Kapitels zum digitalen Nachlass im Cyber Security Report.

00:40:17: Wenn wir uns die technologische Entwicklung anschauen erleben wir gerade eine völlig neue Dimension der Trauerarbeit aber auch der Manipulation.

00:40:24: Wir haben heute Werkzeuge, die in der Lage sind tote Digital zurückzuholen und das hat eine tiefgreifende Doppelnatur.

00:40:32: Auf der einen Seite steht der unglaubliche Trost.

00:40:34: Denken wir an Kinder, die einen Elternteil viel zu früh verloren haben und die durch KI generierte Stimmen oder Avatare noch einmal eine Art Begegnung erleben können.

00:40:43: Das ist eine Form einer Bewahrung, die bisher unvorstellbar war.

00:40:46: Aber genau diese Technologie hat eine dunkle Kehrseite.

00:40:49: Die selben Mechanismen werden längst für Liebverhexmas braucht um Identitäten von Verstorbenen Für Betrug für politische Einflussnahme Oder zur gezielten Diffamierung einzusetzen.

00:40:59: Einen Todtag kann keine Gegendarstellung mehr fordern.

00:41:01: Diese mächtigen Instrumente wurden geschaffen, ohne zu fragen ob die Toten das eigentlich wollten.

00:41:06: Es gibt bisher kein wirkliches Recht auf den eigenen digitalen Tod.

00:41:10: Wir stecken in der ethischen Falle dass wir technisch alles rekonstruieren können Gesicht, Stimme, Sprachstil aber dabei völlig ignorieren ob ein Mensch das recht hat einfach zu verschwinden und nicht als KI-Modell weiterzu existieren.

00:41:22: Wir müssen dringend klären wo die Grenze zwischen ehrendem Gedenken und technologischer Ausbeutung verläuft Denn bisher ist unser digitales Nachleben vor allem eines Eine Entscheidung, die andere für uns treffen.

00:41:36: Ein interessanter Aspekt wenn man das so ein bisschen verlängert ist ja auch dass wir keine wirkliche Entsprechung zum Tod im Digitalen haben.

00:41:45: was die eigenen Rechte angeht ich habe zwar einen Recht mein Leben zu beenden wenn ich das möchte Ich habe aber nicht so richtig einen recht auf einen eigenen digitalen Tod.

00:41:55: Dieses Recht auf den eigenen digitalen Tod, das kann ja technologisch ganz interessant ausgeprägt werden.

00:42:00: Zum Beispiel über den sogenannten Deadman's Switch.

00:42:04: Der Deadmans Switch ist eigentlich ein sehr einfaches technologisches Konzept.

00:42:08: Das basiert ganz simpel darauf dass man regelmäßig einen Knopf drücken muss und wenn man es irgendwann nicht tut dann wird ein Alarm ausgelöst.

00:42:16: Das ist also einfach andersrum als ein Alarmsknopf.

00:42:19: Beim Alarmknopf muss ich erst drückend damit der Alarm Und beim Deadman Switch muss ich nicht drücken, damit der Alarm ausgelöst wird.

00:42:27: Der große Unterschied ist eben – und das sagt der Name ja schon – dass wenn man aus irgendwelchen Gründen irgendetwas versäumt zum Beispiel weil man es gar nicht mehr kann oder nicht mehr darf, dann trotzdem ein Alarm ausgelöst wird!

00:42:39: Genau das kann man in diesem Bereich halt wörtlich nehmen.

00:42:42: Man könnte z.B.

00:42:43: sagen okay, wenn sich jemand so und solange nicht mehr einloggt, dann muss die Plattform das automatisch löschen.

00:42:51: Wenn diese Person dann nachweist, dass sie noch lebt.

00:42:52: Dann muss die das vielleicht wieder herstellen können?

00:42:54: Das ist eine zweite Frage!

00:42:55: Aber erst mal davon auszugehen, dass ein regelmäßiges Lebenszeichen... Manchmal wird auch Heartbeat-Signal dazu gesagt.

00:43:03: Ein regelmäßigeres Lebenszeichend vorhanden sein muss damit man nicht annimmt, diese Person ist tot.

00:43:08: Dass wäre ein Ansatzpunkt wie man damit umgeht und spannenderweise wäre zum Beispiel ein theoretisches Recht auf einen eigenen digitalen Tod etwas, was bestimmte Formen von KI-Missbrauch auch zumindest erschweren würde.

00:43:21: Denn viele von diesen KI-Missbräuchen von Toten funktionieren natürlich deswegen weil überall im Internet in sozialen Medien noch die entsprechenden Profile von den Leuten sind, die sie mal eingestellt haben als sie noch gelebt haben.

00:43:33: wären sie nicht mehr da wäre es zumindest ein bisschen größere Schwelle an entsprechendes Material heranzukommen.

00:43:39: Es gibt wenn man auf die Diskussion darum fokussiert so ein bisschen die einfache Variante.

00:43:44: Da könnte man sagen Pro Griefbot versus Kontra Griefbott.

00:43:50: Das ist auch das, was bei Kim Kardashian der Fall war, was in ganz vielen Bereichen bei der medialen Diskussion getan wird – nämlich so zu tun als gäbe es hier nur pro und kontra.

00:44:00: kann man einen KI-Bot benutzen um zu trauern ja oder nein?

00:44:04: Und ich glaube dass es a auf den Einzelfall ankommt und dass es b im Detail dann doch auch die technologischen Facetten ankommen denn natürlich hat er Zweck von solchen KI-Deepfakes, von Verstorbenen sehr viel damit zu tun ob wir das als legitim empfinden oder nicht.

00:44:20: Und das begreift man spätestens wenn man sich die Angebote anschaut und auch wie sie aufbereitet werden was zum Beispiel das Angebot ist von verschiedenen Startups in diesem Grief Tech Bereich.

00:44:31: Schauen wir uns einen der Marktführer an Hero After AI eine der bekanntesten Plattform ein interaktives Erinnerungsarchiv.

00:44:40: Dabei werden Nutzerinnen meistens zu Lebzeiten interviewt.

00:44:44: Die Antworten werden gespeichert und Angehörige können dann später, wenn die Person verstorben ist, Fragen stellen und bekommen passende Audiogeschichten zurück.

00:44:53: Diese passenden Audiogeschichte werden natürlich zum Teil aus den Antworten generiert, zum Teil einfach aus Vermutungen generiert wie generative KI ebenso funktioniert.

00:45:01: Aber der Ausgangspunkt ist ja einerseits dass die verstorbene Person etwas hinterlassen wollte was dann ergänzt wird durch KI Die Fälle, die da bekannt geworden sind unter anderem auch ein Fall aus meinem bekannten Kreis der noch vor KI passiert ist.

00:45:17: Diese Fälle aber, die dort bekannt geworden waren, dienen ja einem anderen Zweck.

00:45:21: Das ist eher das Kennenlernen einer Person, die verstorben

00:45:25: ist.".

00:45:26: Und die Anwendungsbereiche, wie gesagt in meinem Bekanntenkreis war das mal der Fall.

00:45:30: Die sind meistens wenn ein Elternteil Krebs hat noch sehr kleine Kinder und irgendwie etwas hinterlassen möchte was sich so anfühlt als könnten die Kinder später, wenn sie größer sind, wenn Sie vielleicht erst verstehen was passiert ist den Elternteil kennenlernen?

00:45:45: Das ist die Bewahrung einer Person heute mit KI über den Tod hinaus!

00:45:51: Ich glaube dass das total legitim ist.

00:45:53: Und natürlich kann man jetzt aus psychologischer Sicht fragen, ist das zielführend ja oder nein?

00:45:57: Müsste nicht eigentlich die Trauer und so weiter und sofort.

00:46:01: Aber ich glaube dass das ein eindeutiger Anwendungsfall ist wo wenn die Eltern das möchten und die Kinder sich entscheiden können das anzusehen oder nicht Das es so eindeutlich positiv ist.

00:46:11: Man kann etwas hinterlassen was vielleicht nicht einhundertprozentig dementspricht, was man so selbst gefühlt hat.

00:46:16: Aber das ist zumindest eine Repräsentation davon.

00:46:19: Dass Leute mit den verstorbenen Eltern sprechen können, die vielleicht gestorben sind als sie drei oder vier waren und dass sie eine spherische Erinnerung haben aber nicht ganz genau die Personen in all ihren Facetten, in allen ihren interessanten und liebevollen Details wahrnehmen konnten, dass sie dann trotzdem noch eine Beziehung zu der aufbauen könnten.

00:46:37: Ich halte es in allererster Linie für gut!

00:46:40: Natürlich mag es da Missbrauch geben... Natürlich mag es im Einzelfall schwierig sein, dann eine bestimmte Form von Trauer oder Abschluss richtig vollziehen zu können.

00:46:49: Aber ich glaube die guten Punkte überwiegen hier ganz deutlich!

00:46:52: Dann schaut man weiter im Bereich Grieftag und sieht eben dass so graduell immer mehr und mehr in die Hände von KI gelegt wird wo denn also die Technologie immer näher an das rankommt was einfach technisch möglich ist und sich die Menschen die das anbieten auch immer weniger darum kümmern was vielleicht so tradierte Kultur ist des Umgangsmethoden.

00:47:13: You Only Virtual Werder zu nennen ist ein Digital Afterlife Anbieter, die haben gleich eine ganz eigene Kategorie aufgemacht nämlich Personas also virtuelle Personas von geliebten Menschen und mit denen kann man Chatten Audionachrichten austauschen Man kann mit ihnen sogar telefonieren nachdem sie verstorben sind Und auf der Website von You on the Virtual wird versprochen, dass man natürlich auch nach dem Tod weiter mit geliebten Menschen kommunizieren kann.

00:47:40: Also ziemlich genau das, wovor dann manche PsychologInnen warnen.

00:47:44: Diese Variante von Griftec wird von vielen Psychologinnen als ziemlich heikel betrachtet.

00:47:50: hier eben die toten Antworten und weil hier eine soziale Kontinuität über den Tod hinaus aufrecht erhalten werden soll.

00:47:58: Auch hier würde ich sagen, das Angebot ist nicht per se gleich schlecht nur weil die einfach etwas weitergehen und so tun als können wir mit ein paar Datenpunkten eine Person quasi über ihren Tod hinaus in die Interaktion rein verlängern.

00:48:11: Als sei das tatsächlich eine Repräsentation dieser Person und nicht nur eine KI-Nachahmung.

00:48:18: Ich halte es trotzdem für legitim!

00:48:19: Ich bin da vielleicht besonders liberal was das angeht aber ich glaube dass ein Grundsatz gilt Und dieser Grundsatz einer Art zivilisatorischer Grundsats den würde ich betrachten als die Lebenden gehen vor, die Toten.

00:48:32: Ich glaube dass die Wünsche von Lebenden wichtiger sind als die von Toten und das das ein Ansatz ist mit dem man auch an Grieftag rangehen kann bedeutet wenn ich unbedingt mit meinem verstorbenen Vater sprechen möchte dann ist es nicht so wichtig ob der das damals richtig oder falsch gefunden hätte.

00:48:52: ich glaube dann ist wichtiger dass die lebenden Personen zumindest mal das Gefühl bekommen meine Bedürfnisse weil sie jetzt technologisch erfüllbar sein könnten oder es sich zumindest so anfühlt, die haben auch einen Wert.

00:49:03: Und dieser Wert, weil ich lebe ist höher als sagen wir mal das Postmortem Persönlichkeitsrecht meines Vaters der vielleicht im Testament geschrieben hat dass er mit KI nichts zu tun haben will.

00:49:12: Ich glaube, dass genau dieser Ansatz Die lebenden gehen vor die Toten gar kein schlechter Maßstab ist um sich auseinanderzusetzen Mit der Macht von künstlicher Intelligenz was den Tod angeht.

00:49:25: Natürlich gibt es immer Missbrauchsszenarien Und natürlich ist auch klar, dass wenn man wieder rechtlich eine Identität klaut und damit Missbrauch betreibt – und jede Form von Kriminalität halte ich für einen Missbrauchs – das dann Gesetze gelten müssen.

00:49:40: Ich glaube nur, dass überall dort wo kein Missbrausch passiert, weil zum Beispiel nichts Illegales geschieht und weil keine Rechte verletzt werden, dass genau dann wir sehr viel freier und liberaler daran gehen sollten!

00:49:52: Warum sollte es nicht okay sein, weiter eine Form von digitaler Beziehung zu führen mit der verstorbenen Ehepartnerin?

00:50:02: Warum sollten wir uns darüber markieren wenn Leute für rein private Zwecke auf irgendeiner Grief-Tech-Plattform verstorbene Prominente nachbauen.

00:50:13: weil sie sich zu denen hingezogen fühlen, weil sie Fans von dieser Person sind und weil sie so wahnsinnig gerne ein bisschen mehr am selbst virtuellen Nachleben dieser Person teilhaben wollen.

00:50:24: Ich sehe da eine neu entstehende Form von Social Media oder Parasocial media also parasoziale Beziehungen die auf der einen Seite von Menschen noch an der anderen Seite halt nicht erwidert oder von der KI erwidert werden und ich sehe daran nichts prinzipiell Schlimmes.

00:50:41: Es ist ziemlich sicher, dass das was künstliche Intelligenz und Tod angeht noch eine sehr interessante Weiterentwicklung stattfinden wird.

00:50:48: Man kann das in ein paar Ansätzen schon sehen.

00:50:50: es gibt einen australisches Start-up Afterlife AI.

00:50:55: die wollen einen KI Digital Twin bauen und zwar eine digitale Version von Menschen die nach ihrem Tod weiter interagieren sollen.

00:51:03: und nicht nur das sie sollen sich auch weiter entwickeln.

00:51:06: Ich will sagen, die möchten eine Person einen digitalen Twin der nicht so eingefroren ist und dann kann man halt immer mit ihr sprechen.

00:51:12: Sondern sie sich auch selbst weiterentwickelt.

00:51:14: das ist nicht die Entsprechung eines Fotos wo man so ne Momentaufnahme hat sondern eine Weiterentwicklung denn dort geht es nicht nur um irgendwelche Trauerbegleitungen.

00:51:23: wie war die Person?

00:51:24: Wie wäre sie gewesen?

00:51:25: Es geht um digitale Identität Und das ist eigentlich eine sehr alte kulturelle Praxis, die halt jetzt ein Update bekommt mit KI.

00:51:34: Ich weiß dass es manche verstörend finden aber der Gedanke wie würde eine Person hier reagieren wenn sie jetzt neu in diese Situation reingekommen wäre?

00:51:43: Ja das ist ja die Basis von so einer Weiterentwicklung!

00:51:46: Die isst uralt.

00:51:47: Denn dieses Nachdenken darüber was hat ihr die Personen jetzt hier so getan Das ist eine uralte Praktik und zwar tatsächlich eine Kulturelle praktik.

00:51:55: Es gibt ja diese inzwischen zu einem meme-gewordene fragestellung, christliche Fragestellungen.

00:52:03: What would Jesus do?

00:52:05: Was würde Jesus an dieser Stelle tun und wenn sie ein Symbol für Christentum ist wie würde eine Person in einer besonderen Situation reagieren wenn sie ins heute jetzt hier katapultiert wäre?

00:52:17: Und genau diese Fragestellung ist ja nicht nur interessant, sondern gleichzeitig an der Grenze dazu was man mit KI machen können sollte.

00:52:26: Vielleicht ist genau diese Denkweise das es eine gelebte kulturelle Praxis ist sich in Menschen zu versetzen die nicht mehr leben und zumindest versuchen aus deren Perspektive irgendwas zu bewerten dass das ins KI-Zeitalter übertragen die neue Normalität werden könnte.

00:52:43: Als Abschluss vielleicht die Frage Was bedeutet das alles für die Zukunft?

00:52:48: Was für Szenarien kommen auf uns zu, welche Kämpfe lohnt es sich zu kämpfen und bei welchen anderen Kämpfen, die man jetzt vielleicht für wichtiger hält müssen wir sagen naja dass ist einfach die Weiterentwicklung der Kultur.

00:53:00: Das ist nichts was man aufhalten kann sondern eher etwas was man versuchen muss in die richtigen Bahnen zu lenken.

00:53:06: Wenn man sich einen Ausgangspunkt anschaut den digitalen Nachlass dann glaube ich ist die wichtigste Erkenntnis aus diesen vielen Facetten mit denen wir uns beschäftigt haben im entsprechenden Kapitel vom Cyber Security Report auftauchen, dass das nicht unbedingt ausschließlich ein Trauerthema ist.

00:53:22: Dass es also nicht nur rund um Grieftag geht und darum irgendwie für eine Phase besser zurechtzukommen bis man überwunden hat, dass ein Angehöriger eine nahe Person gestorben ist.

00:53:32: Sondern eigentlich ist der digitale Nachlass etwas, das zum digitalen Leben dazugehören sollte.

00:53:38: So'n bisschen die Parallele dazu?

00:53:40: Das wir seit vielen Jahren natürlich auch diskutieren Warum der Tod selbst immer noch so ein Tabuthema ist?

00:53:46: Warum wir den Tod nicht häufiger unter lebenden besprechen, sondern meistens nur Anlass bezogen wenn es in bestimmten Bereichen einfach schon zu spät ist.

00:53:53: Die Vorsorge die wir da treffen, die ist im digitalen bisher viel zu schmal und ich glaube das fängt ganz pragmatisch damit an dass man sich überlegt was möchte ich das nach meinem Tod gilt!

00:54:07: oder das was ich für meine Hinterbliebenen möchte, oder dass was meine Hinter- bliebenden gerne von mir hätten.

00:54:13: Diese verschiedenen Facetten die führen dann direkt in das Thema der Souveränität und zwar noch über der digitalen Souveranität selbst Denn in den Bereichen damit haben wir uns auch eben beschäftigt geht es ja manchmal um juristische Praktiken die gar nicht so viel mit digital zu tun haben.

00:54:27: Dass wir in Zeiten von KI Die Fragestellung, was passiert eigentlich mit den Bildern von mir nach meinem Tod neu herstellen müssen?

00:54:35: Weil man mit KI ein einzelnes Bild animieren kann und dann so tun kann als würde ich da wirklich irgendwas machen.

00:54:39: Das stimmt zwar aber eigentlich geht es um den Kern.

00:54:42: wie viel von mir darf ich zu Lebzeiten bestimmen das mit meinem Bild nach meinem tod passiert Und zwar auch gerade bei Nichtprominenten?

00:54:49: Es ist ja nicht nur dass man sagt es gibt hier eine wirtschaftliche Verwertbarkeit die irgendwie interessant ist Es gibt ja auch den Punkt das inzwischen von allen Personen dort draußen soviel Bild- und Tonmaterial vorhanden ist dass eigentlich ist eine Allgegenwart einer Person gibt, selbst wenn sie gestorben ist.

00:55:05: Und nicht zuletzt geht es natürlich auch um solche Fragen wie die jetzt immer aktueller werdende Ob und Wie KI mit welchen Daten trainieren darf Denn am Anfang mag das noch wie ein bisschen merkwürdige Verschrubheit geklungen haben, aber inzwischen gibt es so viele hunderte Millionen Profile in sozialen Medien und anderswo Inhalte von Menschen die gestorben sind.

00:55:27: Dass man natürlich überlegen muss was passiert denn mit deren Inhalten?

00:55:32: Mit deren Daten?

00:55:33: wer darf damit auf welche Weise zum Beispiel trainieren?

00:55:36: Ich glaube, dass wir diese Debatten nicht nur führen müssen sondern dass wir auch mit einem pragmatischen ersten Schritt anfangen sollten nämlich erstmal zu realisieren das der Tod auch ein cybersecurity Thema ist was die lebenden treffen kann Das Beispiel mit dem Kredit einer verstorbenen Person, das dann nur mit viel Mühe vom Witwer überhaupt rückgängig gemacht werden konnte.

00:55:58: Das ist ein sehr gutes Beispiel weil es zeigt dass der Kontaktpunkt wo wir mit dem Tod im Digitalen konfrontiert werden eben doch einer ist wo Sicherheit und die Interessen der Lebenden zur Geltung kommen oder eben nicht zur geltung kommt.

00:56:11: Und deswegen halte ich's für sinnvoll sich aus der Perspektive damit zu beschäftigen was?

00:56:16: vom Tod im Digitalen betrifft denn die Lebenden?

00:56:19: und dann ist man sofort im Sicherheitsthema, im Souveränitätsthema und auch im Kontrollthema.

00:56:24: Und gleichzeitig sehen wir das wenn sich Kultur weiterentwickelt – dass es zumindest meine Position, dass man dann erstmal versuchen muss gespannt darauf zu sein was da an neuen Dingen entsteht und nicht unbedingt darauf bestehen muss möglichst unverändert durch neue Technologien genauso weiter funktionieren muss und genau so weiter gehandhabt werden muss, wie wir das bisher gewohnt waren.

00:56:48: Ich würde hier gerne versuchen auch in der Debatte Gewohnheit, Tradition von Grundrechten, von Rechten, einer Rechtspraxis und deren Durchsetzung insgesamt abzutrennen.

00:56:58: Natürlich möchte ich hier nicht Grundrechte über den Haufen werfen aber ich möchte schon dass wir kulturell weiterentwickeln, was wenn eine Technologie wie KI vorhanden ist.

00:57:08: Dass manche Menschen die anders benutzen wollen gerade über den Tod von geliebten Menschen hinaus und das es vollkommen legitim ist, wenn man darauf zum Beispiel ein Geschäftsmodell aufbaut.

00:57:18: Dass dieses Geschäfts-Modell natürlich dann auch nicht sittenwidrig sein darf und natürlich auch nicht selbstgerechte verstoßen soll.

00:57:24: Das ist schon klar!

00:57:26: Aber so ein bisschen abzudaten, dass neue Technologien immer bedeuten, dass neue Kulturpraktiken entstehen Das halte ich für absolut essentiell.

00:57:35: Die Checkliste DIY digitaler Nachlass, was können wir denn selbst tun?

00:57:41: und ehrlicherweise muss ich mir die auch hinter meine Ohren schreiben?

00:57:44: Die wenigsten Punkte habe ich bis jetzt selbst durchgeführt.

00:57:48: aber der digitale nachlass ist eben die Frage Was passiert mit meinem online Leben wenn nicht mehr da bin Wenn man gar nichts vorbereitet, hinterlässt den Angehörigen keinen Nachlass.

00:57:59: Sondern zur ungünstigsten Zeit eine Art Escape Room Rätsel aus Passwörtern zwei Faktorkots, Clouds, Abos irgendwelchen Plattformregeln samt unverständlicher AGB die man durchforsten muss wenn man eigentlich trauern möchte.

00:58:14: Aber beginnen wir die konkrete Liste natürlich mit den Essentials was man auf jeden Fall tun sollte einen Passwortmanager einrichten nämlich alle wichtigen Zugänge in einen Passwortmanager übertragen, damit mindestens eine Vertrauensperson quasi per Knopfdruck weiß.

00:58:30: So komme ich an die vielen verschiedenen Accounts ran.

00:58:33: Zweitens den Smartphone-Zugang regeln hört sich so einfach an aber das Smartphone ist heute der Generalschlüssel für ungefähr alles von E-Mail über Banking bis Fotos und Messenger und natürlich auch insbesondere für die zwei Faktorauthentifizierung.

00:58:46: Und wer das Smartfon nicht entsperren kann steht eben häufig auch vor allen anderen verschlossenen Türen.

00:58:51: Der dritte Punkt – eine digitale Inventarliste anlegen!

00:58:55: Eine einfache Liste reicht da tatsächlich, welche E-Mailkonten hat man?

00:58:58: Welche Clouds gibt es?

00:58:59: Banking, Social Media, Abos Domains, Crypto die wichtigsten Apps….

00:59:04: Es geht dabei nicht nur um alle Passworte sondern auch darum, welche digitalen Tüern überhaupt existieren.

00:59:10: Bei mir kommt so ein Sonderpunkt hinzu.

00:59:12: Ich habe für sehr wichtige Accounts immer wieder eigene E-Mail Adressen eingerichtet, damit die Logins – falls irgendwann mal Credentials geliegt werden – nicht einfach übertragbar oder erratbar sind!

00:59:24: Der vierte Punkt ist, die digitalen Nachlasskontakte zu aktivieren.

00:59:28: Die meisten großen Plattformen Apple und Google jedenfalls haben eine Funktion und die sollte man einrichten statt sie wie bisher meistens wegzuklicken.

00:59:38: Der fünfte Punkt ist den digitalen Nachlass, in Vollmacht oder Testament zu erwähnen.

00:59:43: Denn nur mit solchen Dokumenten kann man im Zweifel auch als angehörige Person wirkmächtig durchsetzen, dass man auf die Accounts zugreifen kann.

00:59:51: Der letzte Punkt der Essentials ist eine Vertrauensperson einzubeihen.

00:59:55: Denn der beste Plan nützt nichts wenn niemand weiß das es ihnen gibt!

00:59:58: Ein einziger Satz kann da im Zweife erreichen – im Notfall findest du die Anleitung dort.

01:00:03: Auch ganz nützlich wäre erstens ein Abo und Zahlungsübersicht zu erstellen.

01:00:07: Zweitens die Social Media Wünsche festzulegen, was also mit den Profilen passieren sollen wenn man nicht mehr ist.

01:00:14: Drittens die Fotos und privaten Daten vorzusortieren – so ein Ordner wie wichtige Familienfotos oder ein Ordne.

01:00:20: bitte auf keinen Fall öffentlich machen?

01:00:22: Der vierte Punkt ist einzeln, die zwei Faktor-Ordentifizierung zu dokumentieren.

01:00:26: Der fünfte, die zentralen E-Mail-Konten zu priorisieren und der sechste, die digitalen Vermögenswerte zu erfassen.

01:00:33: Einfach aufgelistet damit die Leute Bescheid wissen wo sie überhaupt anfangen sollen – zu suchen!

01:00:38: Die Superprofis schließlich können einen eigenen digitalen Nachlassordner bauen den Notfallzugriff für die Passwortmanager testen Krypto & Paskies vielleicht extra absichern und eine Datenethik für den eigenen Tod formulieren.

01:00:52: Wer darf zum Beispiel Chats mitlesen?

01:00:54: Wer darf welche Fotos nutzen, seine Stimme synthetisieren oder als Abschluss- und kleine Krönung KI-Agenten als Nachlasshelfer vorbereiten?

01:01:04: So eine eigene Open-Claw-Instanz die ganz genau weiß wie wo was im Todesfall zu tun ist und wer wo wie etwas anwenden darf.

01:01:12: Das ist dann aber schon wirklich High End Zusammen mit der Aufgabe, die EU-DI Wallet im Blick zu behalten und im Zweifel mit einem Klick anschlussfähig zu machen.

01:01:21: Digitaler Nachlass klingt nach Tod ist aber Fürsorge!

01:01:26: Man regelt ihn nicht wenn man mit seinem baldigen Ableben rechnet sondern damit die Menschen, die vielleicht überraschend übrig bleiben, nicht dazu auch noch irgendwelche Passworte ohne tiefere Funktion erben.

01:01:37: Was Kulturtechniken und Erinnerung über den Tod hinaus miteinander zu tun haben, das ist seit wahnsinnig langer Zeit ein Thema.

01:01:45: Man erkennt es zum Beispiel an diesem wunderbaren Spruch wer schreibt der bleibt.

01:01:51: Wer also irgendetwas publiziert, wer etwas veröffentlicht, wer von sich etwas preisgibt, etwas inhaltliches Der wird auch über den eigenen Tod hinaus nicht vergessen.

01:02:02: Und vielleicht kann man das als Anhaltspunkt dafür nehmen, dass jede Epoche die Kulturtechnik, die sie zur Verfügung hat immer auch zumindest implizit mitdenkt.

01:02:12: Als das kann von mir bleiben!

01:02:14: Das ist nicht flüchtig selbst über meinen Tod hinaus.

01:02:17: Das ist der Stempel den ich dieser Welt aufprägen kann, zumindest in meinem Nahbereich und der auch dann weiter existiert wenn ich irgendwann mal nicht mehr da bin.

01:02:26: Und vielleicht gibt es im einundzwanzigsten Jahrhundert Einfach ein Update zu wer schreibt, der bleibt.

01:02:32: Nämlich wer KI trainiert, persistiert!

01:02:36: Insofern wünsche ich mir dass alle die zugehört haben, alle die zuhören irgendwann einen KI-Klohn von sich erstellen damit ihre Nachkommen oder ihre Freunde auch nach dem Tod noch mit ihnen interagieren können.

01:02:49: Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.

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